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Wacholder
Juniperus communis Zypressengewächs
Der Wacholder begleitet den Menschen schon sehr lange. Als Heilpflanze beugte er Verdauungsbeschwerden vor oder wurde äußerlich angewendet (er ist desinfizierend) und wirkt harntreibend, als Gewürz verfeinerte er Sauerkraut und wirkte in Beizen für Fleisch. Die blaubereiften "Beeren", die eigentlich Beerenzapfen sind, wurden gesammelt und im vorletzten Jahrhundert nach Frankreich exportiert. Nicht nur als Gewürz fanden sie Verwendung, sondern auch zur Schnapsgewinnung (Gin, Genever, Köhm).
Der Wacholder ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen, nur selten einhäusige auf denen männliche und weibliche Blüten gemeinsam zu finden sind. Der Pollen wird mit dem Wind auf die weiblichen Blüten übertragen, an denen im 3. Jahr die reifen Beerenzapfen geerntet werden können. Sie besitzen eine sehr harte Schale. Vögel fressen die Beeren, scheiden den unverdaulichen Samen aus und verbreiten so den Wacholder. Der Same ist ein Lichtkeimer.
Doch nicht nur die Beeren waren begehrt, auch das Holz fand Verwendung für Drechselarbeiten, Peitschenstiele und vieles mehr. In Mitteleuropa wird der Wacholder nur selten größer als 3 Meter, im Süden kann er allerdings bis zu 12 Meter hoch werden und einen Stammduchmesser von fast 1 Meter erreichen. In Deutschland ist der Wacholder mit mageren, sonnigen Standorten wie Heiden oder Trockenrasen verbunden. In den Heiden und auf flachen Böden über Gestein, meist Trockenrasen tragend, wo Landwirtschaft im Sinne von Ackerbau kaum zum Leben reichte und deshalb Schäferei und Imkerei vorherrschten, wurde der Wacholder durch die Schafbeweidung stark gefördert. Seine spitzen Blätter stellen einen vorzüglichen Fraßschutz dar. Während er früher im Flachland stärker verbreitet war, geht er durch die Aufgabe der Schafbeweidung und Aufforstungen stark zurück.
Bilder zum Baum des Jahres 2002
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