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Uhu
Bubo bubo
Der Uhu besitzt hervorragende Sinne: Er hört das Rascheln einer Maus noch in 100 Metern Entfernung und sieht im Dunkeln zehnmal besser als ein Mensch. Dies liegt an den Augen, die große Pupillen besitzen und das einfallende Licht auf eine kleine, aber mit sehr vielen Sehzellen ausgestattete Netzhaut werfen. Für den Fang seiner Hauptnahrung, Mäusen, ist der Uhu hervorragend ausgerüstet, denn er fliegt praktisch lautlos. Diese Leistung wird durch speziell angepasste Schwungfedern ermöglicht, deren Kanten kammartig gestaltet sind, so dass die Luft durch die Zähne streichen kann und damit wenig Geräusche verursacht. Die Federn sind zusätzlich auf der Oberfläche mit pelzigen Federstrahlen ausgestattet, die ebenfalls das Geräusch der darüber strömenden Luft mindern.
Den Menschen früherer Zeiten war es unheimlich, wenn nachts plötzlich lautlos vor ihnen ein Vogel mit 70 Zentimeter Größe und bis zu 1,8 Metern Spannweite auftauchte. Die großen, orangeroten Augen und dieses lautlose Fliegen brachten dem Uhu den Ruf eines Verbündeten des Teufels ein, denn diese Eigenschaften konnten nicht mit rechten Dingen zu gehen.
Im letzten Jahrhundert war der Uhu fast ausgerottet, nur noch in Bayern lebten rund 35 Brutpaare. Dank verschiedener Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsaktionen von Naturschützern gibt es inzwischen bundesweit wieder mehr als 800 Brutpaare. Sie sind aber immer noch gefährdet, da ihnen ihre Brutplätze, ungestörte Felsen, von Kletterern streitig gemacht werden. Diese gefährden besonders die Jungvögel, da diese, wenn sie gestört werden, panisch flüchten und sich dabei vom Felsen stürzen, auch ohne fliegen zu können. Den erwachsenen Uhus werden häufig kleinere Freileitungen zum Verhängnis, wo die Vögel mit ihrer großen Spannweite einem Spannungsüberschlag zum Opfer fallen können.
© Nature-Flash 2004
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